Autismus-Spektrum-Störung

Förderschwerpunkt- und schulartübergreifende Hinweise
Schülerinnen und Schüler mit Autismus besuchen alle Schularten. Erscheinung und Ausprägung fallen enorm vielfältig aus und stellen eine Herausforderung für die Schule und die einzelne Lehrkraft dar. Hintergründe und Hinweise auf dieser Seite sind daher schulart- und förderschwerpunktübergreifend angelegt.
Werden aktualisiert aufgrund der neuen Schulordnung für schulartübergreifende Regelungen an Schulen in Bayern (Bayerische Schulordnung – BaySchO) vom 1. Juli 2016, Teil 4 Individuelle Unterstützung, Nachteilsausgleich und Notenschutz §31-36
Lehrkräfte benötigen Wissen zu den Kernsymptomen und einen Einblick in die Klassifikation sowie Ätiologie der autistischen Störungen. Im Hinblick auf die schulische Förderung müssen grundlegende Bedürfnisse von Kindern und Jugendlichen mit Autismus erkannt werden, um eine gelingende schulische Bildung gewährleisten zu können. Dem Mobilen Sonderpädagogischen Dienst Autismus (MSD-A) kommt als fachspezifisches Beratungsangebot hierbei herausragende Bedeutung zu.

Ausprägungen der Autismus-Spektrum-Störung

Frühkindlicher Autismus

Erstmals beschrieben wurden Kinder mit autistischen Auffälligkeiten 1943 von Leo Kanner. Heute spricht man vom Frühkindlichen Autismus, welcher den tiefgreifenden Entwicklungsstörungen zuzuordnen ist. Dabei sind die Bereiche „Kommunikation“, „Interaktion“ und „Handlungsabläufe“ je nach Ausprägung und Umfang der Einschränkungen unterschiedlich betroffen. Neben den Kennzeichen liefert der Beitrag hilfreiche Strategien für Lern- und Förderprozesse. Außerdem werden wichtige pädagogisch-therapeutische Modelle vorgestellt, die in der Praxis erfolgreich Anwendung finden. Individuelle Bedürfnisse machen unterschiedliche Hilfemaßnahmen erforderlich. Hierzu werden Unterstützungssysteme genannt, die zu einer erfolgreichen Förderung systemisch zu vernetzen sind.

Asperger Syndrom

Erstmalig beschrieb Hans Asperger 1944 Kinder mit früh auffallenden Kontakt- und Kommunikationsstörungen, besonders schöpferischer Sprache, Aufmerksamkeitsstörungen und ungeschickter Motorik. Alle Kinder mit Asperger Syndrom weisen eine qualitative Beeinträchtigung der sozialen Interaktion, ungewöhnlich ausgeprägte und spezielle Interessen und stereotype Verhaltensmuster sowie eine normale Entwicklung der Kognition und Sprache auf. Zusätzlich verfügen sie häufig über besondere Talente oder Stärken. Im Bereich des Lernens kommt es Einschränkungen, da soziale Erwartungen oder Anforderungen an Selbstständigkeit und Organisationsfähigkeit nicht erfüllt werden können. Der Beitrag listet pädagogische und didaktische Strategien für den Unterricht von Schülerinnen und Schülern mit Asperger Syndrom auf.

Aufklärung der Mitschüler über Autismus

Mitschüler finden Verhaltensweisen von Kindern und Jugendlichen mit Autismus häufig irritierend, was nicht selten zu Ablehnung und Ausgrenzung führen kann. Um Missverständnissen vorzubeugen und über Hintergründe einer autistischen Beeinträchtigung zu informieren ist ein Klassengespräch hilfreich. Dabei bieten sich viele Chancen, das Verhältnis der Schülerinnen und Schüler untereinander zu verbessern und gegenseitiges Verständnis aufzubauen.
Das vorliegende Papier berücksichtigt Vorüberlegungen, erläutert Bausteine für das Klassengespräch und stellt im Anhang Materialien und weiterführende Hinweise zur Aufklärung zur Verfügung.

Autismus-Spektrum-Störung in höheren Jahrgangsstufen