Gymnasium

An bayerischen Gymnasien können Schülerinnen und Schüler mit gymnasialer Eignung und sonderpädagogischem Förderbedarf gemeinsam unterrichtet werden. Der Mobile Sonderpädagogische Dienst berät die Schulen hinsichtlich der Gewährung eines individuellen Nachteilsausgleichs und schlägt pädagogische Fördermaßnahmen vor. Das Staatsministerium unterstützt Gymnasien mit zusätzlichen Budgetstunden.

Gymnasien mit dem Profil Inklusion setzen ein Bildungs- und Erziehungskonzept um, bei dem Unterrichtsformen und Schulleben sowie Lernen und Erziehung auf die Vielfalt der Schülerinnen und Schüler mit und ohne sonderpädagogischen Förderbedarf ausgerichtet sind.

Aktuelles Verzeichnis der Gymnasien mit Profil Inklusion:

Gisela-Gymnasium München

Seit 1984 werden am Gisela Gymnasium hörbehinderte Schüler in der Oberstufe integrativ unterrichtet. Die Schule hat mittlerweile auch das Schulprofil Inklusion erworben. Zu den Rahmenbedingungen im Gisela Gymnasium gehören spezielle Räumlichkeiten, in denen die Schüler im Halbkreis sitzen, so dass Ablesen von den Lippen möglich ist. Kernstück der technischen Ausstattung ist eine drahtgebundene Hör- und Sprechanlage, die fest installiert ist. Zusätzlich verfügt die Schule über drahtlose, mobile Anlagen (FM-Anlage, Dynamic SoundField), die flexibel eingesetzt werden können. Der hörgeschädigte Schüler hat damit die Möglichkeit über Lautsprecher, Kopfhörer oder Audioleitung dem Unterricht zu folgen. Unterrichtet werden hörbehinderte Schüler ab der 10. Klasse. Nach drei Jahren erfolgt die Zulassung zur Abiturprüfung.

Leibnitz-Gymnasium Altdorf

Im Jahre 1966 wurde das Leibnitz-Gymnasium Altdorf mit der Aufgabe betraut, ein Modell zur Integration behinderter Jugendlicher zu entwickeln. Ein wesentlicher Grund für die Übertragung dieser  Aufgabe war die räumliche Nähe zum Wichernhaus in Altdorf. Seit diesem Jahr besuchen Behinderte das Gymnasium.  Unterrichtsformen wurden überdacht und technische Hilfsmittel erprobt. Viele  Gespräche mit allen Beteiligten - den Behinderten selbst, ihren Eltern, den Heimleitern, Ärzten, Psychologen und sonstigen Fachkräften- waren nötig. Das Schulgebäude musste seitdem immer wieder den Anforderungen der Barrierefreiheit angepasst werden, das Leibnitz-Gymnasium ist heute eine barrierefreie Schule.
Am 01.08.2012 wurde das Leibnitz-Gymnasium zur „Profilschule Inklusion“ ernannt.

Dante-Gymnasium München

Seit 1970 werden am Dante-Gymnasium Schüler mit Behinderung in Regelklassen beschult. Neben dem Regelunterricht wird den Schülern auch die Teilnahme am Wahlunterricht (Chor, Big Band) und an ausserunterrichtlichen Aktivitäten (Exkursionen, Studienfahrten, Schullandheim, Skikurs, Schüleraustausch) ermöglicht.
Ziel ist die größtmögliche Selbstständigkeit der Schüler mit Unterstützung durch die ganze Schulgemeinschaft. Es gibt eine Reihe von Fördermöglichkeiten für Schüler mit Behinderung. Dies sind eine besondere personelle Ausstattung (Kinderpflegerin, Individualbegleiter), die Zusammenarbeit mit dem MSD und eine spezifische räumliche Ausstattung (Aufzüge, spezielle Toiletten).